Kapitalwerk Rostock

Persönlich, familiär und unkompliziert: Vier Kapitalwerker auf einer Mission zwischen Rostock und dem Kilimandscharo.

Ob als Fotograf, Schöffe, E-Biker oder Finanzberater: Überall scheint Andreas Bach, Jahrgang 1966, „irgendwie reingerutscht“ zu sein. Auch damals, vor über 28 Jahren, als das Leben fast vorbei war: Motorrad-Unfall, Intensivstation. „Das Studium, der Ingenieur für Schiffsmaschinenbetriebstechnik, war danach eigentlich überflüssig geworden.“ Die Seetauglichkeit aufgrund des Unfalls dahin. Ein Bekannter, Vermögensberater von Beruf, hatte ihm im Studium eine Unfallversicherung empfohlen, die nun zumindest die finanziellen Sorgen schmälern konnte.„Das war Andreas Jahncke, der mir damals gesagt hat: ‚Vielleicht wär‘ das, was ich mache, doch auch was für dich!‘ – und weil ich mit Zahlen schon immer ganz gut umgehen konnte, habe ich mich informiert, über die Jahre viele Schulungen besucht –und so bin ich der Finanzwelt treu geblieben.“

Das Rostocker Büro der Kapitalwerk Private Finance GmbH, einem Finanzberater-Unternehmen, befindet sich etwa 15 Kilometer von Bachs Wohnort in Warnemünde entfernt. Jeden Tag fährt er mit seinem E-Bike die 30 Kilometer hin und zurück, an manchen Tagen auch viel mehr, wenn es zu Kundengesprächen geht. Kollege Matthias Böhm ist auch mit dabei.
"Wir versuchen uns immer gegenseitig auszustechen und damit gegenseitig zu motivieren. Der Verzicht auf die bequeme Autofahrt ist schließlich nicht nur gut für die Umwelt, sondern hält uns 'alte Männer' auch fit", sagt Andreas Bach mit einem Augenzwinkern. Rund 18 000 Fahrrad-Kilometer kamen so in den letzten drei Jahren bei ihm zusammen.

Doch der vierte Kollege im Bunde hat beim Thema Sport und Schwitzen wohl am meisten mitzureden: „Das ist Volkmar Möller, unser Tansania-Experte.“ Drei Mal war der in den letzten vier Jahren auf dem Kilimandscharo, um nebenbei Spendengelder aus Rostock in die Region Arusha zu übergeben. Gemeinsam mit dem Rostocker Citylauf und einer Rostocker Schule unterstützt das Kapitalwerk-Büro die Hubert-Schwarz-Stiftung, die nicht weit entfernt vom Kilimandscharo in der Arusha-Region Schulen für die Massai-Kinder bauen. Die Idee entstand, als Volkmar Möllers langjähriger Freund, Extremsportler Hubert Schwarz, auf seinen geführten Bergsteiger-Touren einen sogenannten Porter kennenlernte: Melek, ein Massai. Er und seine einheimischen Kollegen sorgen dafür, dass das Gepäck der Bergsteiger vom Start zum Gipfel und wieder hinab gelangt.

„Bildung ist einfach das höchste Gut in armen Regionen“

sagten sich Möller und Schwarz; das Projekt „Schule für Afrika“ entstand und Melek ist heute der Schuldirektor. Dennoch hat es eine Weile gedauert, bis sich Möller von der Schönheit Tansanias überzeugen ließ: „Hubert hat schon ewig gesagt: ‚Du musst mal mit auf den Berg kommen!‘ Und ich sagte immer: ‚Was soll ich denn auf dem Berg? Da ist es doch nur kalt!‘‘ Inzwischen sind das Schule-für-Afrika-Projekt, der Kilimandscharo und Volkmar Möller untrennbar miteinander verbunden.

Bei jeder Veranstaltung rund um das Rostocker Finanzbüro ist die Spendenbox für Tansania nicht weit. Einmal jährlich organisieren die vier Kapitalwerker aus Rostock eigens für ihre Kunden einen Kino-Abend in Bad Doberan. „2021 hatten wir ‘Die Goldfische‘ ausgesucht, einen launigen Film, der die Finanzwelt auf den Arm nimmt „, erzählt Andreas Bach. „Der kam beim Publikum richtig gut an.“ Der Eintritt zum Kino-Abend ist kostenlos, „aber wir sagen immer dazu, dass wir uns über ein ‚Austrittsgeld‘ freuen würden“, ergänzt Bach.

Sind die Rostocker gute Spender?„Ja!“, sagt Kollege und Bergsteiger Volkmar Möller. Und das ist auch wichtig, denn obwohl die Schulgebäude und Gästehäuser einfach ausgestattet sind und keine Heizung benötigen, kostet beispielsweise ein Gästehaus etwa 15 000 Euro. Ein Kindergarten, eine Grundschule und ein College sind mithilfe der Rostocker und der Rostocker Kapitalwerker schon entstanden; jüngstes Zukunftsprojekt ist eine Berufsschule. Mit den Bauten allein ist es nicht getan, denn auch der Unterhalt für die Schüler*innen und Student*innen kostet: Ein Jahresstipendium verschlingt pro Student*in rund 1100 Euro. Jeder im Rostocker Kapitalwerk-Büro packt beim Schule-für-Afrika-Projekt mit an. “Ich gestalte die Einladungen zum Kinoabend und kümmere mich um die Technik“, sagt Andreas Bach. „So müssen wir es nicht in Auftrag geben.“

In seiner Freizeit hat sich Andreas Bach als „Vereinsfotograf“ bei den Hand- und Volleyballern des SV Warnemünde einen Namen gemacht. Was anfangs aus Spaß und Freude über die sportlichen Erfolge seiner beiden Söhne geschah, wurde schnell dankend angenommen und sein ehrenamtliches Engagement ist heute zu einer festen Größe geworden. „Meine Mutter ist Meisterin des Fotografenhandwerks, daher die Vorbelastung“, erklärt er bescheiden. Aber auch in sein Amt als Schöffe beim Landgericht Rostock ist er, wie er sagt, nur „reingerutscht“. Daran sei seine Frau schuld: „Da Schöffen überall händeringend gesucht werden, wurden die Angestellten im Öffentlichen Dienst darum gebeten, sich zu bewerben“, erzählt Andreas Bach. „Und da meine Frau in der Stadtverwaltung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock tätig ist, sagte sie: ‚Komm, wir bewerben uns da mal!‘ – aber nur ich wurde dann letztlich genommen, sie nicht.“

Und wie ist es so als Schöffe?

„Es kann nicht schaden, auch mal über den Tellerrand zu schauen und Neues auszuprobieren, das hält einen geistig fit“

fasst Andreas Bach zusammen. „Es ist vor allem so interessant, weil man manche Dinge wirklich nur aus den Medien kennt. Verflechtungen von Politik, Wirtschaft und Banken, Betrug, Drogen und andere kriminelle Machenschaften. Und man ist entsetzt über so viel kriminelle Energien in unserer Gesellschaft.“

Vier Banker, ein großes Büro und jede Menge grundsympathische Kompetenz: Andreas Bach, Volkmar Möller, Andreas Jahncke und Matthias Böhm beraten jeden Interessenten völlig unabhängig in den Bereichen Geldanlage/Investment, Finanzierung und Vorsorge. Keine Bank kann so etwas leisten, denn ihre Angestellten sind immer den Vorgaben der jeweiligen Bank unterworfen. „Wir haben als unabhängige Berater die Möglichkeit, verschiedene Plattformen zu nutzen und sie optimal mit und auf den Kunden abzustimmen“, erklärt Andreas Bach. „Strafzinsen, beziehungsweise Verwahrentgelte, können wir umgehen. Das ist, glaube ich, nicht zu überbieten.“ Und auch in Corona-Zeiten bietet der große Beratungsraum die Möglichkeit zum Austausch mit dem Kunden. Mit Abstand, aber dafür stets mit der Mission, persönlich, familiär und unkompliziert zu sein.

(Text von Julia Katharina Stüß)

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